Audio Technica DJ-Plattenspieler

12. Dezember 2023 Kommentare ausgeschaltet

Technics-Klone wurden hier ja schon einige getestet (zuletzt ein Modell von Pioneer), aber kein Gerät konnte dem Technics-Klassiker SL1200/1210 MKII das Wasser reichen.

Spoiler: Auch dieser nun getestete Audio Technica AT-LP120X-USB nicht. Trotzdem…

…ist er gekommen, um zu bleiben.

Gesucht war kein wirklicher Ersatz für den zweiten Technics, sondern ein Alternativgerät, welches auch 78 Umdrehungen für Schellack-/Grammophonplatten bietet. Von Technics gibt es ein neueres Modell, den "MK7", der aber mehr als das Dreifache dieses Audio-Technica-Klons kostet. Natürlich nicht zu Unrecht.

Für 260 Euro kam ein Riesenpaket ins Haus. Alles war super verpackt, der Zusammenbau dieses Plattenspielers ging schnell und reibungslos. Ein AT95-Nadelsystem wurde gleich mitgeliefert und somit konnte es schnell losgehen.

In Bezug auf die Bedienung liegt hier für Technics-Anwender kein Problem vor, allerdings merkt man schnell, dass die Verarbeitungsqualität nicht an den Klassiker heranreicht. Aber das muss sie auch nicht.

Das Plastikgehäuse ist nicht zu leicht, aber deutlichst leichter als die Vorlage, leider ist es daher natürlich sehr anfällig für "Rumpelfrequenzen". Wenn man auf dem Chassis aber nicht unbedingt Bongo spielt, fällt das nicht weiter negativ auf.

Der Motor ist sehr präzise, der Gleichlauf wunderbar. Allerdings braucht er (gerade bei 78rpm) etwas länger, bis er die volle Drehzahl erreicht und hält. Dabei bleibt er im Gegensatz zum Pioneer nahezu geräuschlos.

Der Plattenspieler hat einen eingebauten Vorverstärker, den man zu- oder abschalten kann. Somit kann dieses Gerät auch an einem normalen LineIn-/CD-Anschluss betrieben werden. Zudem ist ein USB-Ausgang vorhanden, der die Signale direkt an einen PC zu liefern vermag. Hier verbleiben wir aber beim traditionellen Phono-Anschluss.

Die Verarbeitung ist zwar, wie schon erwähnt, beiweitem nicht so gut wie beim Technics, sie muss sich aber auch nicht schämen oder ganz verstecken. Der Tonarm ist leichter und etwas unpräziser, trotzdem gelingen Ausrichtung und Gewichtung sehr gut. Die Knöpfe reagieren wie sie sollen und die DJ-Gimmicks sind ganz nett, wenn auch nur Behelf. Zum richtigen Mixen sollte weiterhin der Technics bevorzugt werden.

Dieser AudioTechnica richtet sich eher an diejenigen, die zuhause Schallplatten "normal hören" und/oder digitalisieren wollen – und diese Aufgaben bewältigt er zur völligen Zufriedenheit.

Das einzig Lächerliche ist die kleine Lampe, die hier mitgeliefert wird und die man sozusagen in eine Cinchbuchse manuell einstecken muss. Bei anderen Geräten, inklusive Pioneer oder Reloop, schnellt sie auf Knopfdruck aus dem Chassis, beim Technics geht das sogar ganz sanft und langsam. Diese "Aufsteckfunzel" hätte man sich hier also sparen können und sie verbleibt daher in der Verpackung.

Das Tonabnehmersystem klingt okay, freilich ist da noch Luft nach oben. Ein zum Testen aufgestecktes Technics-/Shure-System brachte auf Anhieb einen erheblich druckvolleren und breiteren Klang. Für 78er-Schellackschätzchen muss man sowieso eine andere Nadel verwenden, dann klingen aber auch diese überraschend gut.

Fazit: Mission erfüllt. Sollte sich eine gewisse Langlebigkeit und Zuverlässigkeit einstellen, wird dieser Audio Technica den hier seit über 30 Jahren vorhandenen und problemfrei funktionierenden Technics SL-1210MKII weiterhin begleiten.

KategorienMedien, Musik

PopStop schliesst die Pforten

28. Oktober 2023 Kommentare ausgeschaltet

"PopStop – Das Musikradio" wird an diesem Wochenende nach zehn Jahren Dauerbetrieb eingestellt.

Ich bedaure das sehr. Hier wurde noch (bzw. wieder) mit "alten Haudegen" Radio in bester Tradition gemacht. Fundierte Musikmoderationen, spezialisierte Musiksendungen von der Schellackplattenära bis in die 2000er, Country, Pop und Rock’n’Roll und vieles mehr gab es dort zu hören.

Eine meiner Lieblingssendungen waren die "Antihits in deutscher Sprache", die zwar meistens sehr Liedermacher-lastig waren, wo aber Sachen liefen, die so wahrscheinlich seit Jahrzehnten nicht mehr im Radio zu hören gewesen waren.

Dave Colman nuschelte sich durch seine spezielle, immer unterhaltsame Musikauswahl. Pit Weyrich spannte zeitliche Musikbögen quer durch die Jahrzehnte und Manfred Sexauer war bis zu seinem Tod auch dort zu hören.

All das wurde musikalisch und stimmlich umrahmt von Frank Laufenberg, der mit immer anderen Sendungen aufkam, "Hits und ihre Vorlagen" vorstellte oder auch seine Version vom "Krieg der Welten" präsentierte. Seine unfassbar riesige und vielseitige Tonträgersammlung war dabei sicherlich von großem Vorteil, das hauseigene Sendestudio wirkte auf den Fotos im immer gut betreuten Facebookprofil sogar sehr gemütlich.

Selbst, wenn keine moderierten Sendungen liefen: Der Zufallsgenerator des dortigen Musikrechners spuckte geniale Sachen aus, von denen im heutigen Formatradio niemals die Rede sein würde. Somit schaffte "Popstop" den Spagat zwischen "Hinhör-Radio" und auch mal "Nebenbei-Medium" beim Geschirrspülen sehr vortrefflich und es war eine zuverlässige, internette Anlaufstelle.

Ich habe sehr oft darüber nachgedacht, mich mit meinen Sendungen selbst mal dort zu bewerben, es kam aber nie dazu…

Nun ist (erstmal…?) Schluss mit Popstop. Es bleiben schöne Erinnerungen an hervorragende Sendungen und tolle Stimmen.

Vielen Dank dafür und alles Gute an alle Beteiligten!

KategorienMedien

smAll Stars Konzerte 2023

19. Oktober 2023 Kommentare ausgeschaltet

Jetzt erst recht…
Hier das neue Plakat für die Konzerte 2023
(Artwork by Dirk Schelpmeier)

Der Vorverkauf startet am Samstag, den 21.10.2023 in der Weberei Gütersloh.

Das genaue Verfahren ist hier beschrieben:
https://www.die-weberei.de/small-stars-vvk-2023/

Separeate Infos zu den einzelnen Konzertabenden gibt es hier:
Karten für den 27.12.23 | Karten für den 28.12.23 | Karten für den 29.12.23

Karten für den 30.12.23 | Karten für den 31.12.23 – Silvester

KategorienLokales

10 Jahre The Blacklist

29. Juli 2023 Kommentare ausgeschaltet

The Blacklist ist eine bemerkenswerte Fernsehserie. Über einen Zeitraum von zehn Jahren hat sie mich unterhalten und begleitet.

James Spader als Raymond Reddington, der eine FBI-Taskforce mit Informationen über Kriminelle füttert und dabei selbst seine kriminellen Machenschaften sozusagen legitimiert. Das Ganze ist großartig gespielt und über weite Strecken intelligent und spannend inszeniert.

Nun ist diese Serie, nach 218 Folgen in 10 Staffeln, zu Ende gegangen. Das Ende selbst soll hier nicht gespoilert werden, nur soviel: Es lässt einen vielleicht zunächst etwas enttäuscht zurück – aber, wenn man gründlich darüber nachdenkt, ist es genau so richtig und stimmig…

Manche Leute mögen das belächeln, aber eine TV-Serie, die einen lange begleitet hat, hat etwas familiäres. Mein mittlerweile verstorbender Vater sah noch die ersten Staffeln davon, ein paar Folgen schauten wir zusammen. Somit ist das Ende einer solchen langjährigen Serie etwas ganz anderes als z.B. ein kurzlebiger 10-Teiler. Es ist eine Geschichte, die eine andere (Lebens-) Geschichte begleitet, deren Zeitlinie zeitweise parallel verläuft – und die dann endet, während die andere Spur weiter ihre Bahn zieht.

Es war mir ein Vergnügen, Mr. Reddington!

KategorienMedien

SmartDVB – TV am PC ganz simpel

25. März 2023 Kommentare ausgeschaltet

Ein aus heutiger Sicht "Relikt aus alter Zeit" ist das Schauen von per Satellit oder DVB-T empfangbaren Fernsehsignalen am PC, zumal an selbigem unendlich viele internette Streaming-Signale auf Mausklick verfügbar sind. Ist aber noch eine entsprechende TV-Karte im Rechner verbaut oder ist noch ein USB-Tuner verfügbar, dann macht es durchaus Sinn (und manchmal auch Spaß), damit auf Wellenjagd zu gehen…

Ein schon recht betagter PCTV-USB-Tunerstick werkelt hier schon seit vielen Jahren vor sich hin und ist immer wieder mal für Aufnahmen gut, spielt Radiosender oder lässt die "Tagesschau" in einer Ecke des PC-Monitors erscheinen. Verwendet wurden hierfür bisher Programme wie "DVBviewer" oder "ProgDVB". Beide haben wiederum ihre Tücken und sind oftmals gerade in punkto Senderfindung umständlich oder fehlerbehaftet.

Auf der Suche nach einer Alternative stiess ich auf "SmartDVB" – eine kostenlose Software, die alles nötige kann und die nahezu auf Anhieb funktionierte. Zudem arbeitet sie recht ressourcenschonend. Endlich kann man eine zum heimischen, "richtigen" TV deckungsgleiche Senderliste erstellen und die GUI nach den eigenen Wünschen optimieren. Sender, die auf ganz neuen oder unüblichen Satellitentranspondern zu finden sind, lassen sich mit etwas technischem Verständnis relativ einfach hinzufügen. Aufnahmen und Timeshift sind kein Problem, EPG und Teletext sind einfach erreichbar.

Das Programm ist recht klein gehalten und ist in einer "Portable"-Version erhältlich. Am Anfang müssen einmal die mitgelieferten Filter im "Filter"-Verzeichnis durch die bereits vorhandene ".bat"-Datei im Windows-System registriert werden (1 Mausklick!), ansonsten ist keine weitere Installationsroutine notwendig und es kann dann gleich losgehen.

Nebenbei erwähnt: Ein weiterer Auslöser für die Suche nach dieser Alternative zum bisher verwendeten "ProgDVB" war der Frequenzwechsel des Senders "CNBC HD" auf den Sky-Transponder bei 12382 mhz. Dieser verursachte Empfangsprobleme und starke Klötzchenbildung. Andere Receiver funktionierten an derselben Antenne bei einem Test hier einwandfrei und somit stand die Software in Verdacht. Zu Unrecht, denn auch mit diesem Programm wurde das nicht besser (dafür aber vieles andere). Letztendlich haben Forenrecherchen und das Nicht-Vorhandensein eines eventuell störendenden DECT-Telefons ergeben, dass der Tuner der PCTV-Unit anscheinend ein Problem mit diesem Transponder bzw. dieser Frequenz hat. Somit fällt der Sender CNBC zumindest am PC vorerst weg, was aber nur wegen Jimmy Fallon irgendwie schade ist :-)

KategorienComputerkram